Ostmost

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Um Kaiser Wihelm näher zu kommen, hätte man vor gut hundert Jahren vor seinem Schloss campieren müssen. Heute trifft man ihn auf dem Dach der Neukölln-Arkaden. Oder am Moritzplatz. Man kann ihn mit Wodka trinken oder pur.

Und ganz nebenbei rettet man Streuobstwiesen, Grünspechte, Steinkauze, Rotfüchse und viele andere Tiere und Pflanzen. Wie das alles zusammenhängt? Die Macher von “Ostmost” pressen Saft aus den Äpfeln, die auf Streuobstwiesen wachsen. Und diese Äpfel haben Namen, mit denen man an der Bar schon beeindrucken kann: Geheimrat Dr. Oldenburg, Minister von Hammerstein, Geflammter Kardinal und eben auch Kaiser Wilhelm.

Klunkerkranich _Totale 1

Klunkerkranich_Kaiser Wilhelm und Photoautomat

Durch Trinken die Welt ein bisschen besser machen, das liegt gerade ostdeutschen Streuobstbesitzern schon lange im Blut. Das Obst von den verstreuten Bäumen auf den Wiesen wurden in die Mosterei gebracht und gepresst. Für die Streuobstwiesen — und die rund 5.000 seltenen Tierarten, die in ihnen leben — ist das das Beste, was ihnen passieren kann.

Auch in Bioläden gibt es natürlich Saft von Streuobstwiesen und die Naturschutzverbände rühren auch die Werbetrommeln. Aber aus ihrer Nische sind die Streuobst-Retter bislang nicht herausgekommen. Die Ostmost-Macher wollen das ändern.

Mit dem markigen Spruch “Reclaim Streuobstwiesen” und der angetackerten Hoffnung auf die dazu gehörige Street Credibility wollen Diana Bach und ihr Team Streuobstwiesen bewahren und dafür die Ostmost-Drinks in Clubs, Bars und Cafés bringen. Im Klunkerkranich auf dem Dach der Neukölln-Arkaden sind sie schon angekommen, im Urban Spree auf dem RAW-Gelände auch, und einem neuen Imbiss am Moritzplatz namens Pacifico.

Ein Klick auf die Bilder öffnet die Galerie (Fotos: Nicole Walter (3), Jana Legler (1))

Trinken ist ja schön und gut, reicht aber natürlich nicht, um die Streuobstwiesen zu retten. In den letzten 50 Jahren seien die Streuobstwiesen um 70% zurückgegangen und gehören damit zu den am stärksten bedrohten Biotopen hier in Mitteleuropa, so die Ostmost-Macher. Diana Bach, die sich bei Ostmost um die Kommunikation kümmert, vergleicht die Streuobstwiesen mit “kleinen Regenwäldern”, die es mit ihren Brüdern in Südamerika und Asien in puncto Artenvielfalt und Bedeutung für Flora und Fauna aufnehmen können.

Damit die Streuobstwiesen nicht noch weiter schrumpfen, sondern im Gegenteil wieder zulegen, verknüpft das Ostmost-Team um Diana Bach, Dennis Meier, Bernd Schock und Harald Elm die Produktion von Getränken mit dem Aufforsten. Kurz: Wer als Bar- oder Cafébesitzer puren Saft, Schorlen und Cidres von den Wiesen verkauft, der soll bitteschön auch einen seltenen Apfelbaum vor seiner Tür pflanzen. Klar, hier inmitten Berlins sind die jungen Bäume erstmal vor allem vor allem fürs Marketing da, aber nach einem Wachstumsschub kommen sie raus auf die echten Wiesen.

Und wie schmecken die jetzt, diese Streuobst-Drinks? Eindeutig herber als die Saftschorlen, die ich sonst so kenne. Und tatsächlich mehr nach Obst vom Baum, is’ klar, aber sie schmecken so wie der Apfelbaumduft, den ich als Kind kannte. Aber eben schon herber, muss man mögen. Ich mag’s. Und notfalls, wenn’s zu sauer scheint, dann empfiehlt Diana Bach: einfach mit Wodka mixen. Auch ‘ne interessante Idee.

Wer mehr wissen will, geht hier virtuell zum BUND in Baden-Württemberg. Die haben ‘ne Menge dazu ins Netz geschrieben.

Klunkerkranich Wäldchen

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